Politik im Internet
Die Spitzenpolitiker haben das Internet für sich entdeckt. Die großen Parteien versuchen sich in der großen Web-Welt zu positionieren und so Wähler zu gewinnen. Aber die bisherigen Versuche sehen alles andere als professionell aus.
Die FDP wirbt mit ihrem eigenen Youtube-Channel. Westerwelle spricht in einem Beitrag von einem “neuen Meilenstein der politischen Kommunikation in Deutschland“. Die Tonqualität ist jedoch ziemlich mangelhaft. Und ein “Meilenstein” ist das keineswegs.
Und auch die Sozialdemokraten haben ihre eigene Plattform bei Youtube. Bei SPD : Vision gibt es einige Stellungsnahmen der SPD zu aktuellen Themen. Aber auch die Bürger sollen hier eingespannt werden. So kann man dem SPD-Chef Kurt Beck Fragen stellen, die er dann in einem Video-Podcast beantwortet. Man achte auf die Gesten von Beck. Wie schwungvoll er seine Brille aufsetzt und nach dem Lesen wieder abnimmt. Gut einstudiert.
Die CDU besitzt keinen eigenen Channel, aber Angela Merkel geht mit ihrem eigenen Podcast auf Wählerjagd. Ein Highlight in dieser Serie ist ihr Gang durchs Kanzleramt. Sie erklärt alles sehr genau und als User hat man das Gefühl, dass man für begriffstutzig und dümmlich verkauft wird. Die Beiträge könnten doch deutlich gehaltvoller gestaltet werden.
Die Linken dürfen hier natürlich nicht fehlen. Die Linke besitzt ebenfalls einen Channel bei Youtube. Sie geben zu aktuellen Themen ihre Stellung ab. Ulrich Mauer spricht zum Beispiel davon, dass die Linke die einzige Partei ist, bei der es um die Sache geht und nicht um die Macht (zum Thema Ypsilanti und Hessen) Den anderen Parteien geht es nur um Macht. Wer es glaubt…. Der Podcast besticht mit nahezu keinen bewegten Bildern und wenig Enthusiasmus der Sprecher.
Zu guter Letzt ein Lacher aus dem Lager der Grünen. In einem Interview mit Claudia Roth wird man als User den Gedankenl nicht los, als wäre die Bundesvorsitzende geistlich nicht ganz auf der Höhe. Sie spricht über ihre Liebe zur Türkei. “Ich mache seit 20 Jahren Türkeipolitik, das ist viele Jahre.” Sie mag in der Türkei auch ” Sonne, Mond und Sterne“. Das zweiminütige Interview muss man sich wirklich anschauen.
Eigentlich wollte ich das Video hier einbetten, aber diese Funktion ist “auf Anfrage deaktiviert“. Na dann.
Im Internet um Wählerstimmen zu kämpfen ist an sich eine gute Idee. Wenn man sie gut umsetzt. Die bisherigen Versuche dienen eher zur Belustigung des Zuschauers. Ich frage mich ernsthaft, welche Dienstleister hier am Werke waren. Empfehlenswert sind sie jedenfalls nicht. An den Beispielen ist erkennbar, dass die Parteien in dieser Sparte noch viel Luft nach oben haben.
68 commentsDer linke Vormarsch
Bei den letzten Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen ist es der Linkspartei gelungen, in westdeutsche Parlamente einzuziehen. Wie kann so etwas passieren? Wer ist schuld daran?
Deutschlands Parteien-System entwickelt sich zu einem 5-Parteien-System. Einfache Koalitionen wie CDU/FDP oder SPD/Grüne werden fortan nur noch seltener möglich sein. Die Parteien werden sich auf Jamaika- oder Große Koaltitionen einstellen müssen. Zumindest auf Landesebene.
Die Wähler sind verägert und nicht zufrieden mit der derzeitigen Situation. Sie wählen links. Und das aus Protest und Gutgläubigkeit.
Wer hat schuld an dem linken Aufstieg? Die CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer macht jedenfalls die SPD dafür verantwortlich. So sprach sie vor ein paar Wochen bei Anne Will darüber, dass es der CSU damals gelungen sei, den aufkommenden rechten Extremismus in Bayern im Keim zu ersticken. Die SPD tut bei den Linken genau das Gegenteil.
Unrecht hat sie mit dieser Aussage jedenfalls nicht. Den Sozialdemokraten ist es nicht gelungen, den Vormarsch der Linkspartei zu verhindern. Zum einen machte sich die SPD in Hessen lächerlich. Andrea Ypsilanti beteurte immer wieder, dass sie auf keinen Fall mit den Linken kooperieren werde. Es war eines ihrer zentralen Wahlversprechen. Nach der Wahl wollte die SPD-Vorsitzende dann jedoch mit Hilfe der Linken Regierungschefin werden. Ein NEIN der SPD- Landtagsabgeordneten Dagmar Metzger konnte diesen Irsinn noch rechtzeitig stoppen.
Bis heute hat sich Kurt Beck nicht gegen die Linkspartei ausgesprochen. Das wäre aber bitter nötig. So spricht z.B. Hans Modrow offen darüber, dass er sich freue, dass es nun wieder “kommunistische Fraktionen in westdeutschen Landtagen gibt”. Im Polit-Magazin “Die Entscheidung” verteidigt Christin Wegner (Mitglied der DKP, durch Absprache als Kandidatin auf der Linksparteiliste in den niedersächsischen Landtag eingezogen) die Mauer und spricht von einer Schaffung einer neuen Stasi.
Eine Partei wie “Die Linken” ist schädlich für die Demokratie. Sie preisen Ziele an, die nicht realisierbar sind. Sie sprechen vom Mindestlohn, der Rente ab 65 oder auch der Hartz IV Aufhebung. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers warnt die Bürger vor der Linkspartei:
“Wer 150 Milliarden Euro an zusätzlichen Leistungen verspricht, ohne sie finanzieren zu können, produziert Arbeitslosigkeit und einen wirtschaftlichen Abschwung”
Desweiteren hofft Rüttgers, dass dies nur ein kurzweiliger Trend ist:
“Bei den Wählern der Linkspartei in Hessen, Niedersachsen und Hamburg gab es ein erhebliches Maß an Protestwählern. Die Menschen wollten den Parteien sagen: “Ihr kümmert euch zu wenig um uns, bei uns kommt der Aufschwung nicht an”. Die kann man zurückgewinnen.”
Der Aufschwung der Linkspartei muss gestoppt werden. Man kann nur hoffen, dass die SPD wieder zur Besinnung kommt und den linken Extremismus so bekämpft, wie es sein müsste. Es muss eine Antwort der großen Parteien folgen. Hoffen wir, dass die Maßnahmen eindrucksvoller werden als bisher geschehen.
3010 commentsDie Geschichte der Al-Qaida Teil 1
Al-Qaida ist vielen Leuten nach dem 11. September ein Begriff. Das Netwerk wird oft in einem Atemzug mit dem Wort Terrorismus erwähnt. Darüber hinaus kennt sie aber kaum jemand. Ich habe mich oft gefragt, wie solch ein Netwerk überhaupt entstehen kann und wie so ein Anschlag, wie er am 11. September stattfand, durchzuführen ist.
Ich habe mir Al-Qaida deshalb mal etwas genauer angesehen.
Beginn/Gründung:
Die deutsche Übersetzung für Al-Qaida lautet “die Basis”. Gegründet wurde Al-Qaida gegen Ende des Afghanistankrieges 1988. In jenem Jahr richtete Osama Bin Laden Rekrutierungsbüros in Pakistan für die ein, die sich dem Kampf der Mudschaheddin in Afghanistan anschließen wollten und sich dafür registrieren lassen mussten.
Anfangs wurden diese Camps noch vom CIA finanziert, nachdem US-Präsident Ronald Reagan im März 1985 die National Security Decision Directive 166 ausgegeben hatte. Ein Teil der CIA-Rekruten wurden später Mitglieder der Al-Qaida.
Bin Ladens damalige Vision war es, den heiligen Krieg (Jihad) gegen ein anderes Land weiter fortzuführen. In den ersten Jahren nach der Gründung blieb es um die Terrorgruppe ruhig, da sie anfangs noch eine Gruppe ohne erkennbarem Ziel darstellte.
Mitte der neunziger Jahre gründeten Osama Bin Laden und der Ägypter Aiman-az-Zawahiri (die Nummer zwei hinter Bin Laden) eine gemeinsame Organisation. Am 23. Februar 1998 unterzeichneten Zawahiri, Bin Laden und einige andere das Manifest für eine “internationale Front für einen Dschihad gegen die Juden und Kreuzfahrer.
In diesem Papier wird die USA als neuer Feind auserkoren. Der Kampf gegen die USA wird zur Pflicht eines jeden Muslimen erklärt.
Die Zahl der aktiven Kämpfer wurde 2001 nach einem arabischen Geheimdienstberiecht auf 2830 Leuten geschätzt. Bush sprach nach dem 11. September von über 100.00 Terroristen, “die zu allem bereit wären”. Diese Zahl war jedoch maßlos übertrieben.

Ziele:
Ein erklärtes Ziel der Al-Qaida ist die “Vereinigung aller Muslime und die Errichtung einer Regierung, die der Herrschaft des Kalifen folgt.”. Das soll aber weder heute noch morgen passieren, sondern ist eine Perspektive für Jahrhunderte. Der erste Schritt ist die Beseitigung der Vorherrschaft der Ungläubigen. Wie dieser Staat dann genau geführt werden soll oder die politischen Ordnungsvorstellungen aussehen sollen, wurde bisher nie erwähnt.
Weitere Ziele hat das Netzwerk bisher nicht genau definiert, um für viele Jihadisten weltweit attraktiv zu bleiben. Mit dem unterschriebenen Manifest von 1998 wurde zusätzlich der gemeinsame Feind, die USA auserkoren.
Seit 2001 propagiert Al-Qaida auch für die Vernichtung Israels. Kurzfristig geht es Al-Qaida insbesondere um das Ende der amerikanischen Besatzung des Iraks und die Destablisierung des neuen irakischen Staates. Von dort aus planen sie eine Ausweitung des Kampfes auf dessen unmittelbaren Nachbarstaaten. Nur so kann der Traum vom Gottesstaat Realität annehmen.
Der zweite Teil der Geschichte der Al-Qaida wird demnächst folgen!
824 commentsNeustart
Löschen, reset, alles auf Anfang.
Meine Schaffenspause bei Butschi-Blog sehe ich als beendet an. Nun sollen hier wieder Posts über Politik, Medien und kleinen Ausreißern zu anderen Themen entstehen. Vor allem die Materie Politik wird stark in den Vordergrund rücken.
Der Themenbereich Sport wird unter www.sportsview.de.vu Gehör finden. Sollte sich eine kleine Leserschaft bilden, wird das Design ebenfalls der Historie angehören.
Auf ein Neues liebe Leserinnen und Leser!
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